Mittwoch, 30. Januar 2013

Sport im Alltag

Vorgestern habe ich lang und breit darüber lamentiert, dass Sport eben sein muss und man nur damit wirklich zuverlässig sein Gewicht auch reduzieren kann.

Ich will gar nicht bestreiten, dass man auch ohne Sport abnehmen kann. Die klassische Diät kommt ja zumeist völlig ohne Bewegung aus. Dafür ist die Sache aber eben auch selten besonders nachhaltig. Nur ein paar Liter Wasser aus dem körper zu schwemmen hat eben nichts mit wirklicher Gewichtsreduktion zu tun.

Also wenn es Sport sein muss, dann fragt sich eben, wie man das in seinen Alltag bringt. Und was für Sport sollte es überhaupt sein?

Als Erstes möchte ich mal über das Pensum sprechen: Viel hilft viel. Ich habe in der Anfangsphase durchaus fünf mal pro Woche trainiert. Nicht direkt 90 Minuten, sondern eher 30-40, aber eben oft. So funktioniert es jedenfalls, wie ich aus Erfahrung sagen kann. Aber muss es soviel sein?
Fitnesstrainer erzählen einem ja gern Storys wie:
- Zweimal pro Woche nutzt gar nichts!
- Die Fettverbrennung fängt überhaupt erst nach dreißig Minuten an.
- und dergleichen mehr.

Was davon medizinisch korrekt ist, wage ich nicht zu deuten. Aber ich würde mich sehr deutlich von Aussagen wir "so und soviel ist zu wenig." distanzieren. Die meisten, die mit meinem Gewicht starten werden auch mit dem Sportpensum auf einem ähnlichen Level sein, nämlich so knapp um 0 herum. Und dann ist jede Bewegung besser als nichts und schwer zu bestimmen, wann genug ist. Man kann sich natürlich von zehn Minuten Training, einmal die Woche keine Wunder erhoffen, aber besser als nichts ist es auf jeden Fall.
Auch muss man natürlich besonders aufpassen, geleisteten Sport nicht sofort in irgendwelche Belohnungen umzusetzen. Wenn man gerade 600 Kalorien auf dem Fahrrad verbrannt hat, dann ist die Belohnung, dass man hoffentlich bald weniger wiegt und eben nicht, dass man sich jetzt noch ein Stück Sahnetorte genehmigen darf, weil man sie ja gerade schon abgestrampelt hat.

Aber welcher Sport sollte es nun sein? Und wie bringe ich das in einem straff organisierten Alltag unter?

Welcher Sport ist tatsächlich egal. Es gibt anstrengenderer Sportarten und weniger anstregende. Angeln, Schach und Skat würde ich jetzt nich gerade als besonders geeignet herausstellen, aber das findet schon jeder selbst heraus. Besonders empfehlenswert ist vermutlich alles, was in die klassischen Ausdauersportarten gehört.
An der Stelle sei noch gesagt, dass auch Mannschaftssport eine wunderbare Alternative sein kann. Zum Einen wird in Vereinen und Gruppen oft neben der Hauptsportart auch Ausgleichssport und Ausdauertraining betrieben und zum Anderen fühlt man sich in einer Gruppe auch schnell zugehörig und hat noch einen positiven Effekt davon, dass es eine zusätzliche Motivation gibt, beim Training zu erscheinen.
Zurück zum Ausdauersport: Was ist also das Richtige? Ich selbst habe mit intesivem Radfahren angefangen. Ein Rad had fast jeder zu Hause herumstehen und wer keines hat kommt für weniger, als die Jahresgebühr für ein gutes Fitnesstudio, ein brauchbares Neues oder ein gutes Gebrauchtes. Aber auch Laufen, Walken oder eben das Fitnesstudio sind mit Sicherheit geeignet sich ein paar Kalorien abzutrainieren.
Mit dem Laufen wäre ich für den Anfang allerdings vorsichtig. Bei einem Body-Mass-Index von weit über 30, oder gar 40, halte ich es für gefährlich sich intensivem Lauftraining zu widmen. Knochen und Gelenke müssen dabei einer extremen Belastung standhalten und wenn man die Gesundheitsprobleme von Übergewicht gegen die von defekten Knien, Sprunggelenken und Wirbelsäule eintauscht. Aber Genaueres dazu kann einem sicherlich auch der Hausarzt sagen. Den zu konsultieren kann ohnehin nicht schaden, bevor man sich so radikal in Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten umstellt.

Was die Organisation des Sports angeht, hat sich für mich gezeigt, dass es im Fitnessstudio so gar nicht geklappt hat. Auch Schwimmen ist gescheitert und zwar im Wesentlichen daran, dass mir der Zeitaufwand eben zu hoch war. Radfahren, Laufen oder auch Walken haben den unbestreitbaren Vorteil, dass man nach dem Training eben wieder zu Hause ist. Man hat seine eigene Dusche und einen ganzen Schrank voll frischer Klamotten, niemals eine vergessene Unterhose oder keine frischen Socken. Außerdem muss man nicht noch vom Training nach Hause fahren, sondern kann sich sofort dem übrigen Tagewerk oder dem heimischen Sofa widmen. Für mich ist das alles ein erheblicher Vorteil und so kann ich mich auch gut motivieren immer wieder aufs Rad zu steigen.

Ein weiterer Vorteil am Fahrradfahren ist eben, dass es sich auch sonst gut in den Alltag integrieren lässt. Ich hatte vorhin gesagt, dass jede Bewegung besser als nichts ist und speziell in der Summe kommt da ganz schön etwas zusammen. Wenn man kurze Strecken eben per Muskelkraft zurücklegt, statt im Bus oder im Auto, dann sind es womöglich nur ein paar Minuten die man auf dem Fahrrad sitzt aber wenn es ein paar mal ein paar Minuten sind, kommt im Ganzen etwas Respektables dabei heraus. Einfach mal für einen kleineren Einkauf oder für die Fahrt zum Bahnhof das Fahrrad nehmen und man kommt ganz von selbst jedes mal ein bisschen mehr in Form.

Was sind eure Erfahrungen mit Sport im Alltag? Wie schafft ihr es euch zu bewegen, oder woran scheitert es?

1 Kommentar:

  1. Den inneren Schweinehund nach einem langen Arbeitstag zu überwinden und wirklich sich zu dem -center zu bewegen finde ich am schwersten.

    Meine (mehr oder weniger) regelmäßige Besuche im Fitnesscenter belohne ich mir mit der Sauna nach den Training. Darum finde ich es nicht schlimm, dass ich noch im Anschluss nach hause fahren muss.

    Ich habe mich für das Fitnesscenter als "Sport" entschieden, weil Geldausgeben mir weh tut und sinnloses Geldausgeben erste recht ;-) Darum beweine ich jeden Tag, den ich bezahlen muss und nicht gehe/ gehen kann.


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